- Text: Ina Göritz
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Was hört eigentlich?
Angelika Express
Der Weg von Bergisch Gladbach bis zum neuen Angelika Express-Album „Die Dunkle Seite Der Macht“ war lang. Sänger Robert Drakogiannakis nimmt uns noch einmal mit an den Frühstückstisch seiner Kindheit und in den Kölner Sonic Ballroom. Außerdem verrät er, warum Sido ganz okay ist, MySpace hingegen nicht und gewährt Einblick in seine geheimen Wünsche...
Welcher Song mit deutschen Texten hat dich geprägt?
Eine der ersten Bands, die mich wirklich gekickt haben, waren die Fehlfarben. Ihr ganzes Album „Monarchie Und Alltag“ war für mich auch als Songschreiber sehr prägend und ist bis heute unerreicht. Ein Jahr nachdem wir mit Angelika Express angefangen hatten, sind wir mit Fehlfarben auf Tour gegangen. Dadurch war das für mich schon eine ganz besondere Konstellation.
Welchen Song legst du auf, wenn es dir schlecht geht?
Wenn ich in melancholischer Stimmung bin, höre ich gern „Radio City“, das zweite Album von Big Star. Der Song „September Gurls“ hat was total Trauriges, gleichzeitig fühlt man sich dabei, als ob die Sonne aufgehen würde. Dieser Kontrast macht ihn zu einem echten Seelenöffner. Es ist genau die Art von Song, die später durch Elliott Smith kultiviert wurde.
Euer Song „Die Kanonen Von Ehrenfeld“ ist eine Art Loblied auf den Sonic Ballroom. Welcher Song verbindet dich außerdem noch mit dem Club?
Wenn ich den Sonic Ballroom betrete, muss ich oft an „Never Mind The Bollocks“, das Album der Sex Pistols denken. Mit ungefähr 15 habe ich es ständig gehört. Morgens vor der Schule, während ich mein Leberwurstbrötchen gegessen habe und nachmittags direkt wieder. Irgendwie ist es so, dass ich in die Zeit von damals transferiert werde, wenn ich dort an der Theke stehe und der DJ einen Song der Sex Pistols auflegt.
Wer sollte dich mal zum Duett auffordern?
Joe Strummer, aber er ist ja leider tot. Bei einer The Clash-Reunion seinen Platz einzunehmen, wäre aber ein Traum. Ich rechne nicht unbedingt damit, aber falls jemand fragt: Ich bin bereit, um „Lost In The Supermarket“ zu singen.
Ihr habt eure MySpace Seite dicht gemacht. Sido sei daran nicht ganz unschuldig, wie es heißt. Am HipHop lag es aber nicht, oder?
Die Sido-Anzeige war ein Ärgerns, aber letztlich nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Es ging nicht um seine Musik, sondern grundsätzlich um die übermäßige Werbung auf MySpace, die mich gestört hat. Viele Bands haben einfach keine normale Homepage mehr, was ein Fehler ist, aber so führt im manchen Fällen kein Weg an MySpace vorbei. Ich mag HipHop eigentlich, auch wenn ich kein großer Kenner bin. „Planet Rock“ von Afrika Bambaataa & The Soulsonic Force zum Beispiel ist wirklich gut.
Welche Band hat dich politisch geprägt?
Da ich mit Dead Kennedys aufgewachsen bin und nicht mit Mainstream-Musik, hat das schon Spuren hinterlassen. Als Jugendlicher habe ich ihre Texte übersetzt, damit ich verstehe, wovon Jello Biafra überhaupt singt. Songs, in denen die Botschaft eine wichtige Rolle spielt, funktionieren aber natürlich nur, wenn auch die Musik packend ist und eine Haltung transportiert. Wenn es auf den politischen Aspekt reduziert ist, wird es immer ein bisschen eklig.
Aucht gut: „Die Dunkle Seite Der Macht“ - das neue Album von Angelika Express
Heimat: angelika-express.de
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