- Text: Flo Hayler
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Im Mixtape
Al Barr (DROPKICK MURPHYS)
You can take the boy out of Regensburg, but you can’t take Regensburg out of the boy! Der von einem schottischen Vater und einer deutschen Mutter gezeugte Al Barr kann auch 30 Jahre nach seinem Umzug aus der idyllischen Donau-Metropole ins weit entfernte Boston noch immer auf Kommando in einen krassen bajuwarischen Dialekt umschalten, was natürlich super ist – für ihn. Noch erstaunlicher ist dagegen, dass Barr trotz der fehlenden irischen Wurzeln ein gut bezahltes Engagement als Frontmann der Irish-Folk-Punks Dropkick Murphys anstauben konnte, was er nicht zuletzt seinem in die hölzerne Wiege gelegten Patriotismus, einem gut trainierten Schluckmuskel und einer Vorliebe für zünftige Blasmusik zu verdanken haben dürfte. Was Barr außer den Regensburger Domspatzen noch so abfeiert, erfahrt ihr hier.
An welche Volkslieder kannst du dich erinnern? Was hast du als Regensburger Knabe immer gehört?
Das klingt vielleicht lächerlich, aber als Kind habe ich tatsächlich viel Zeit in München verbracht und kann mich gut daran erinnern, dass in vielen Läden bayerische „Musi“ lief, „In München Steht Ein Hofbräuhaus“ und solche Sachen. Meine Großeltern hörten dagegen viel Musik von Marlene Dietrich, wohingegen mein Vater gerne schottische Hymnen wie „The Bonnie Banks Of Loch Lomond“ abfeierte. Ich liebe diesen Song.
Im Teenageralter hast du dagegen einige Zeit in Berlin verbracht. Was hatte der pubertierende Al Barr in seinem Walkman?
In den späten Siebzigern kam man an Udo Lindenberg natürlich nicht vorbei. Als ich später als Austauschschüler wieder nach Deutschland zurück kam, grassierte gerade die Neue Deutsche Welle, und mein deutscher Gastgeber liebte die Spider Murphy Gang, Geier Sturzflug und BAP. Ich schenkte ihm im Gegenzug „Damaged“ von Black Flag.
Welchen Song würde dein Sohn auswählen, wenn man ihn in 25 Jahren nach seiner prägenden Musik befragt?
Bei uns zu Hause läuft alles querbeet: Von Tom Waits über Steve Earle zu den Ramones, AC/DC oder Joe Strummer And The Mescaleros. Nach ihm habe ich meinen Sohn auch „Strummer“ benannt. Er ist zurzeit zwar mehr auf Star Wars gepolt als auf Musik, aber meine Tochter kann gar nicht genug von Sick Of It All bekommen. Sie steht auf das harte Zeug.
Welchen Song legst du auf, wenn du fünf Pints Guinness intus hast?
Oh Gott, wann habe ich das letzte Mal so viel getrunken? Wahrscheinlich, als ich noch kinderlos und auf Ärger aus war. Um in Stimmung zu kommen, habe ich gerne Street-Punk aufgelegt, The Business zum Beispiel. Oder Anti-Heros.
Welchen Song hättest du gerne geschrieben?
Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ich bin froh, dass es Musiker gibt, die in der Lage sind oder waren, Stücke zu schreiben, die mir viel bedeuten, aber neidisch war ich noch nie auf einen Song. Neidisch bin ich höchstens auf die stimmliche Bandbreite einiger Sänger.
Gibt es eine Band oder einen Musiker, den du liebst und den der Rest deiner Band verabscheut?
Ich denke, dass höchstens die Hälfte der Dropkick Murphys meine Vorliebe für Reggae teilt, wohingegen ich wenig mit traditioneller irischer Musik anfangen kann. Die Pogues sind in dem Bereich das höchste der Gefühle. Wir haben allerdings einen guten Kompromiss gefunden: Kopfhörer! So bekommt auch unser Dudelsack-Spieler seine Dosis Slayer, ohne dafür verprügelt zu werden und ich kann in Ruhe „Don’t Stop Believin‘“ von Journey hören.
Auf eurem neuen Album „Goin‘ Out In Style“ habt ihr diverse Gastsänger, darunter Bruce Springsteen, Chris Cheney von The Living End oder Fat Mike von NOFX. Welche Songs dieser Künstler würdest du auch einem Dropkick Murphys-Anhänger empfehlen?
„Long Live The Weekend“ vom Album “State Of Emergency” ist einer der besten Songs von Then Living End. NOFX kenne ich hingegen kaum, die sind eher mit der jüngeren Fraktion unserer Band befreundet. Mike ist ein netter Typ, ein lustiger Geselle, aber seine Musik ist völlig an mir vorbei gegangen. „Born In The USA“ hingegen bedeutet mir sehr viel - ein großartiges Lied, das leider häufig als Pro-Amerika-Song missinterpretiert wurde, mir als Randgruppe der Gesellschaft aber immer aus dem Herzen sprach.
Das Mixtape
Hofbräuhaus Festkapelle - „In München Steht Ein Hofbräuhaus“
AC/DC - „The Bonnie Banks Of Loch Lomond“
Udo Lindenberg – “Sonderzug Nach Pankow”
Black Flag – „Six Pack“
Joe Strummer And The Mescaleros – „Coma Girl“
O.S.T. - “Star Wars Episode IV: A New Hope”
The Business – “Drinking And Driving”
Slayer – “Raining Blood”
Journey - „Don’t Stop Believin‘“
Bruce Springsteen – „Born In The USA“
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