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Text:
- Fotograf: Emma Svensson
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Auf der Couch mit
Carl Norén
Jahrelang war er der Kopf der Band Sugarplum Fairy, die mit ihrem gefälligen Schweden-Rock einst eine Konzert-Hysterie in bester Beatlemania-Manier losgetreten hatten. Jetzt präsentiert sich der Blondschopf Carl Norén mit seinem Solodebüt „Owls“ von einer überraschend ruhigen und emotionalen Seite. Wie gut der sensible Sänger auf eigenen Beinen stehen kann, versuchten wir im folgenden Gespräch herauszufinden.
Hattest du manchmal Angst vor deiner eigenen Courage, den Solo-Schritt zu wagen?
Ich glaube, solange man macht, was man will, ist das kein Thema. Beim ersten Album geht es ja noch nicht darum, Erwartungen zu erfüllen. Es gibt keinen Vergleich, außer vielleicht den zu Sugarplum. Das war wahrscheinlich auch das Einzige, wovor ich ein bisschen Angst hatte. Im Moment habe ich noch keine Ahnung, wer sich das überhaupt anhören wird (lacht)!
Bist du eher ein Teamplayer oder eher ein Einzelgänger?
Ich glaube, ich bin wirklich mehr ein Einzelgänger. Ich meine, ich war Frontsänger einer Band, es ist schwierig für mich, Anweisungen zu folgen. Ich mache gerne, was ich will, treffe meine eigenen Entscheidungen und bin lieber niemandem verpflichtet.
Wie gut kannst du mit Kritik umgehen?
Das ist eine schwierige Frage. Natürlich hängt das davon ab, von wem sie kommt - von Leuten, die ich kenne und die mir nahe stehen, deren Rat ich gerne anhöre oder von Unbekannten. Es gibt viele Leute, auf deren Meinung ich so gar nichts gebe. Man muss dabei aber auch immer bedenken, dass Musik eine der abstraktesten Kunstformen ist. Meistens steht sie in Verbindung mit einem sehr persönlichen Gefühl und ist deswegen sehr subjektiv. Es ist schwierig zu sagen, was gut und was schlecht ist.
Du bist der Mittlere von drei Brüdern - hast du manchmal das Gefühl gehabt, dir und anderen etwas beweisen zu müssen, um Beachtung zu finden?
Auf jeden Fall, meine Brüder hatten es viel leichter, die Aufmerksamkeit unserer Eltern zu bekommen, ich musste immer darum kämpfen. Aber andererseits habe ich dadurch auch gelernt, mich durchzusetzen und gerade in schwierigen Situationen meinen Weg zu gehen. Jetzt, wo wir erwachsen sind, ist das aber kein Thema mehr und ich sehe mich längst als unabhängige Persönlichkeit.
Ist Unabhängigkeit auch der Grund, warum du nebenbei in einem Restaurant in Stockholm arbeitest?
Ja! Aber vor allem, um mal raus zu kommen. Die meisten Leute, mit denen man im Musikeralltag zu tun hat, sind dein Manager, dein Booker und im besten Fall eine Handvoll anderer Künstler. Manchmal brauche ich einfach einen Perspektivwechsel und muss „normale“ Menschen treffen. Außerdem ist es sehr inspirierend, so alltägliche Dinge zu tun.
Bleibt dir denn bei all den Dingen noch Zeit für dich?
Ja das geht irgendwie, ich sehe zwar Wochenenden nicht mehr als Freizeit, aber ich versuche schon, mir bewusst Auszeiten zu nehmen, indem ich in den Urlaub fahre oder einfach nachts zum Sport gehe. Aber ich mag es ja zu arbeiten. Es hilft mir, nicht verrückt zu werden. Und es ist wichtig, den Bezug zur Realität zu wahren. Ich mache, was alle anderen auch machen. Ich bin sozusagen einer von ihnen.
Angenommen, du hättest nicht so früh angefangen, Musik zu machen, wärst du heute ein anderer?
Nein! Ich war immer schon etwas durchgeknallt und würde auf jeden Fall trotzdem etwas Kreatives machen. Am Theater spielen oder Bücher schreiben. Ich studiere ja auch Literatur und werde bald noch etwas ganz anderes anfangen. Es macht Spaß, Dinge auszuprobieren, so war ich immer und so werde ich immer bleiben - wissbegierig und experimentierfreudig.
Text: Stephanie Johne
Heimat: myspace.com/carlnorensmusic
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