- Text: Timo Richard
- Fotograf: Sebastian Gabsch
-
Galerie ansehen
Mona
Where The Wild Ones Are
Schmalztolle und Lederjacke, große Fresse und laute Gitarren – Mona wirken zwar, als wären sie aus einem Fünfziger-Film gefallen, sind aber eigentlich die Zukunft des Rock.
1953, ein dunkler Kinosaal. Die Reihen sind gut gefüllt mit Jungs, die sich permanent durch die in Pomade getränkten Haare fahren, und mit Mädchen, die kichernd versuchen, sich den plumpen Annäherungsversuchen der Tollenträger zu entziehen. Es riecht nach Popcorn, über das die Dame in der Lobby eimerweise heiße Butter gekippt hat. Fast jeder hier raucht. Fast jeder wird nach dem Kinobesuch betrunken nach Hause fahren. „What do you rebel against?“ fragt plötzlich einer von der Leinwand herunter und ein Typ in Lederjacke, der zwanzig Jahre später einen Oscar als bester Hauptdarsteller aus politischen Gründen ablehnen wird, antwortet: „Whaddya got?“.
ANZEIGE
Fast 60 Jahre später greift ein kleiner, mit bockiger Präsenz gesegneter Sänger, schön lässig auf ein Sofa im Herzen Berlins drapiert, die entscheidende Frage des Marlon Brando-Klassikers ’The Wild One’ auf: „Überall ist doch diese Apathie zu spüren, diese Faulheit, Falschheit, der Zynismus. Nenn es wie du willst, aber dieser langweilige, übersättigte Markt da draußen kann ein paar Typen gebrauchen, die sich selbst treu sind und meinen was sie sagen.“ Und dann schiebt er die Sonnenbrille hoch, klemmt die Zigarette in den Mundwinkel und legt nach, nur für den Fall, dass jemand nicht verstanden hat, dass er wirklich glaubt, was er da sagt: „Wir versuchen einen Traum wahr werden zu lassen. Unsere Band ist ein großes ’Fuck You’! für all diese Typen im College und Lehrer in der High School, die dir erzählen wollen, wie man schön Männchen macht, um ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden. Die Gesellschaft braucht Menschen, die wissen, wer sie sind, die etwas zu sagen haben und keinen Haufen verschissener Roboter!“
Manchmal wirkt Mona-Frontmann Nick Brown, als wäre er ein Relikt aus einer anderen Zeit. Machismo und Bravado quillen ihm aus jeder Pore, wenn er sich über den Zustand der Welt auslässt, wenn er seinen Kaffee trinkt und wahrscheinlich sogar dann, wenn seine sorgsam gepflegte Tolle morgens im Bad noch schlaff in die Stirn hängt. Als habe er nicht mitbekommen, dass die Fünfziger mit ihrer Schwarz-Weiß-Romantik vorbei sind. Dass den Brando-Dean-Lookalike-Rebellen spätestens in den Achtzigern von der Postmoderne endgültig der Hahn zugedreht wurde. Dass Halbstarken-Krawalle in der jugendkulturellen Körpersprache von leicht beleidigter Duldungsstarre abgelöst worden sind. Dass verständnisvolle Eltern und anonymisierter Schulbetrieb es Jugendlichen immer schwerer machen, eine Zielscheibe für ihre Wut zu finden.
Brown ignoriert diese Einwände nicht, aber der nostalgische Blick auf eine Welt, in der Gut und Böse noch festere Größen waren als heute, ist für ihn auch der Schlüssel zur Lösung aktueller Probleme: „Es gibt für mich keine coolere Zeit als die goldene Ära der amerikanischen Popkultur. Auch wenn sie 60 Jahre her ist, vermittelt so viel von damals noch heute gültige Werte. Die Fünfziger hatten eine andere Moral. Es geht gar nicht darum, ein tougher Typ zu sein, sondern um Loyalität, Freundschaft. Um diese Idee, dass man gerne ein guter Mensch wäre, die in den Fünfzigern irgendwie präsenter erscheint.“ Manchmal wirkt Nick Brown so, als würde er allen ernstes im nächsten Moment die Ärmel aufkrempeln, eine Flasche an der Theke zerschlagen und mit dem Anführer der rivalisierenden Motorradgang um die Ehre der schönen Peggy Sue kämpfen. Herrlich ist das!
Jim: "Nobody talks to children."
Judy: "No, they just tell them."
(Rebel Without A Cause)
Dabei hat für Brown und seine Mitstreiter Vince Gard (Schlagzeug), Zach Lindsey (Bass) und Jordan Young (Gitarre) alles ganz harmlos angefangen – im Kirchenchor. Nick und Vince verbringen ihre Kindheit in einem streng religiösen, provinziellen Umfeld in Dayton, Ohio. Sie lernen sich in der örtlichen Kirchenband kennen, als sie noch stolz ihre ersten Zahnlücken auftragen, damals bestimmt nicht durch eine Kneipenschlägerei verursacht. Ihre Eltern engagieren sich in der Gemeinde, Nicks Vater und Großvater sind Pastoren, seine Großmutter Mona, nach der die Band benannt ist, ist Kirchemusikerin. Säkulare Musik ist zu Hause verboten, aber Mama Brown spielt dem kleinen Nick gern heimlich ihre Lieblingsplatten von Creedence Clearwater Revival und The Police vor, wenn Paps gerade seine sonntägliche Predigt vorbereitet. Ein paar hundert Kilometer entfernt, in Bowling Green, Kentucky, wächst Bassist Zach unter ähnlichen Umständen auf und trifft im Alter von 16 auf Gitarrist Jordan. Die religiöse Erziehung weicht in dieser Zeit langsam einer Faszination für Rock’n’Roll und Bier. Der Schritt vom guten Christenmenschen zum ehrlichen Rocker ist aber sowieso kein großer, wie Nick einräumt.
Ist eine Rock-Band für euch ein Mittel, um die Geister eurer religiösen Erziehung etwas im Zaum zu halten?
Nick: Nein, bestimmt nicht. Mein Vater ist auf seinem Gebiet auch ein verdammter Rock-Star. Auch wenn wir ein anderes Format gewählt haben, geht es doch bei dem, was er tut, und bei unserer Band um dieselben Ideale. Rock’n’Roll bedeutet für mich Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit – und darum sollte es auch in der Religion gehen. Die Kirche wird immer mit konservativen Regeln in Verbindung gebracht, aber in unserem Fall war das nicht so. Alles was wir über Musik wissen, haben wir in der Kirche gelernt. Wie man ein Publikum unterhält, wie man improvisiert, wie man die großen Momente von Musik genießt. Wir müssen nicht gegen unsere Eltern rebellieren. Wir sind einem sehr freien, kreativen Umfeld aufgewachsen. Ich habe in meiner Gemeinde vor allem gelernt, an Ideale zu Glauben – und ich denke das ist etwas, das auch unserer Musik anzumerken ist.
Muss man denn echten Glauben aufbringen, um auf dem Weg nach oben nicht einzuknicken?
Nick: Man muss einen starken Willen haben. Wir glauben an uns, an uns selbst und an uns gegenseitig. Im Endeffekt geht es doch darum, sich selbst einen Platz zu schaffen, an dem du zelebriert und nicht nur toleriert wirst. Egal ob als Politiker, als religiöser Mensch oder als Künstler – du musst dahin, wo du gefeiert wirst. Ich glaube in Mona haben wir ein Ventil gefunden, um uns ohne Kompromisse selbst zu verwirklichen.
Nick, wie war deine Großmutter? Nicht jede Rock-Band benennt sich nach Familienmitgliedern.
Nick: Jeder in meiner Familie ist sehr stur, sehr eigensinnig und sehr willensstark, da ist sie keine Ausnahme. Aber gleichzeitig konnten sie und mein Großvater unglaublich viel Liebe aufbringen. Sie hatten fünf Kinder und konnten jedem einzelnen das Gefühl geben, eine erfüllte Existenz zu haben. Man konnte sich an ihnen aufrichten. Meine Eltern sind heute ganz ähnlich.
Vince: Definitiv. Deshalb ist Dayton das emotionale Zentrum der Band, auch wenn wir mittlerweile in Nashville wohnen.
Jim: "They think I can make friends if we move. Just move, everything will be roses and sunshine."
(Rebel Without A Cause)
Es werden einige Messen gesungen, bis die Mona-Gang steht. Die vier Landeier finden erst in Nashville, Tennessee zueinander. Da ist es Anfang 2010, lange nachdem Nick und Vince in Dayton ihre Zelte abgebrochen haben und hierher gezogen sind, kurz nachdem Nick mal wieder einen Gitarristen verschlissen und per Fausthieb auf die Nase aus dem Proberaum verabschiedet hat. Auch seine Kommunikationsmethoden sind manchmal ziemlich Fünfziger.
„Als es für uns Zeit war mit der Band ernst zu machen, standen eigentlich nur New York, Los Angeles oder Nashville als neue Heimat zur Auswahl. Wir waren zu dem Zeitpunkt dermaßen pleite, dass wir uns für die billigste Alternative entschieden haben. Außerdem war es die kürzeste Autofahrt“, erinnert sich Schlagzeug-Schrank Vince grinsend.
Nashville erweist sich für Mona als Glücksgriff, denn hier treffen jene Größen, die das Image der Band bestimmen, zusammen – Nostalgie und Innovation. Auch wenn der „Music City“ als Hauptstadt christlicher Musik und Country-Metropole ein eher muffiges Image anhaftet – hier in Tennessee hat die goldene Ära, von der sich Nick so gerne inspirieren lässt, tatsächlich stattgefunden. Hier hat das ’Million Dollar Quartett’, bestehend aus Johnny Cash, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins, 1956 gejamt, sind Hits wie ’Blue Suede Shoes’, ’I Walk The Line’ und ’Great Balls Of Fire’ entstanden. Den Mona-Boys laufen bei ihrer Ankunft wahrscheinlich nostalgische Freudentränen über die geröteten Wangen. Und gleichzeitig tobt die Rock-Renaissance durch die 600.000-Einwohner Stadt. Rund um die berühmte Music Row und ’The District’, die musikalischen Nervenknoten Nashvilles mit ihren Honky Tonk-Bars, altehrwürdigen Studios, Plattenfirmensitzen und Verlagen hat im Fahrwasser des Erfolgs von Jack Whites diversen Bands, der Black Keys und der Kings Of Leon eine blühende Indie-Szene ihre Heimat gefunden.
Es ist kein Wunder, dass Mona bald in den Dunstkreis der stadionrockenden Priestersöhne Followill geraten. In Nathan und Jared finden Mona Förderer von höheren Weihen, zwischen den Kings Of Leon und Mona bestehen eben nicht nur musikalische, sondern auch biographische Ähnlichkeiten. Die Karriere nimmt Fahrt auf, wie weiland James Deans 1949er Mercury im ikonographischen „Chickie Run“ aus ’Rebel Without A Cause’. Aber im Gegensatz zu Dean gilt es für Mona nicht mehr, im richtigen Moment auf die Bremse zu treten, sondern unbeirrt auf den Rand der Klippe zuzusteuern, hinter dem entweder Ruhm und Ehre warten, oder eben ein tiefer Abgrund. Nick gibt, wie immer, auch verbal Vollgas: „Natürlich wollen wir es ganz nach oben schaffen. Alles andere wäre doch bescheuert. Wir haben vorher so viel Mist gemacht, um hierher zu kommen. Toiletten putzen, Fenster putzen, Kellnern, Müllentsorgung – das volle Programm. Deshalb ist Scheitern keine Option für uns.“ Nick, Vince, Zach und Jordan schwören sich in langen Gesprächen auf die gemeinsame Mission ein, in denen Bandkopf Brown detailiert seine über lange Jahre gewachsene Vision von Mona als Gesamtkunstwerk erklärt.
Diese Momente kann man sich gerne wie eine Szene in einem Hollywood-Klassiker vorstellen, vielleicht sogar in schwarz-weiß: zwei Typen in Jeans und weißen T-Shirts, die sich in einer Kneipe gegenüber sitzen und sich die Köpfe heiß reden. Für die Pathetik sorgt Nick mit seinem Text von ganz alleine: „Bevor wir nach Nashville gegangen sind, habe ich zu Vince gesagt: ’Der einzige Grund, warum wir es nicht schaffen sollten ist, dass wir aufgeben.’ Mit Zach und Jordan hatte ich ähnliche Gespräche, in denen ich ihnen versichert habe, dass wir es schaffen werden, wenn wir nur gemeinsam daran glauben. Manchmal kann ich sehr überzeugend sein.“ Ein schiefes Grinsen folgt. In diesen Momenten des angedeuteten Größenwahns lässt sich erahnen, wie unterhaltsam es ist, Nick Brown und seine Kumpels auf der Bühne zu sehen.
Johnny: „You think you’re too good for me. Nobody’s too good for me!
Anybody thinks they’re too good for me, I make sure I knock ’em over sometime.“
(The Wild One)
In einem Keller in Nashville schrauben Nick, Vince, Jordan und Zach in den nächsten Monaten in Eigenregie an einem Debüt, das die Massen umhauen soll. Mona sind keine Band, die sich hinter schicker Indie-Bescheidenheit versteckt – und genauso wollen sie auch klingen. „Wir sind absichtlich nicht in ein riesiges Studio gegangen, weil wir das Gefühl hatten, dass sich viele Bands darin einfach verlieren. Es war deshalb richtig in unserem Keller zu bleiben und dort aufzunehmen. Das Album fasst, glaube ich, gut zusammen, was Mona ist“, meldet sich auch Gitarrist Jordan zu Wort. „Wir haben uns gefragt, was wir von einer Band wie Mona erwarten würden. Das klingt erstmal komisch, aber ich glaube wir sind ganz gut damit gefahren. Wir hätten uns sicher keinen Gefallen damit getan, das Album in einem megaprofessionellen Studio künstlich aufzupusten“, assistiert Nick.
’Mona’ – das Album – ist ein epischer Brocken Stadion-Rock im Vintage-Look, dem es kaum anzumerken ist, dass Rock’n’Roll in der Kindheit von drei Vierteln der Band ein eher heimliches Vergnügen war. Musikalisch werfen Mona darauf einen wehmütigen Blick zurück in die goldenen Fünfziger, klingen gleichzeitig reif und zeitgemäß und preschen nicht zuletzt mit voller Energie in eine ungewisse Zukunft. Auch bei ihrer Deutschland-Premiere in einem kleinen Berliner Club wirbelt ein Hauch von Stadion durch die verrauchte Luft, als die Band Breitwand-Hits wie ’Teenager’ und ’Listen To Your Love’ durch die Boxen jagt, Hits, die dafür gemacht sind, von tausend heiseren Kehlen mitgesungen zu werden. Die BBC traut dem Quartett aus Nashville für 2011 den Durchbruch zu. Glaubt man Nicks großer Fresse, ist der sowieso vorprogrammiert.
Das Märchen von den vier Freunden, die ausziehen, um Rock-Stars zu werden, ist genauso alt wie die des rebellischen Teenagers. Und könnte genauso ausgenudelt sein, wenn es nicht Bands wie Mona geben würde, Typen wie Nick Brown, die sich standhaft gegen die Entzauberung der Welt wehren. Vielleicht wird es Zeit für eine neue Rock-Revolution, vielleicht muss ein Son of a Preacherman mit großer Fresse daherkommen, um sie zu verkünden. So wie die Rock’n’Roll-Ära der Fünfziger den nächsten paar Jahrzehnten Popkultur passende Klamotten und die notwendig angepisste Attitüde, um der verkrusteten, in falschem Zahnweiß gebadeten Nachkriegswelt ordentlich in den Arsch zu treten, beschert hat. Klingt aufregend? Mona finden: „Ja!“
Jim: „You can wake up now, the universe has ended.“
(Rebel Without A Cause)
Fotos: Sebastian Gabsch
Heimat: monatheband.com
Dagegen
Eine kurze Geschichte der Pop-Rebellion
Das Wort des Jahres 2010 ist „Wutbürger“. Schön ist das, lässt die Wahl der Gesellschaft für deutsche Sprache doch erahnen, dass eine Spezies, die wir eigentlich schon für ausgestorben hielten, vielleicht in Kürze wieder aufersteht: der Rebell.
Bei genauerer Betrachtung hat der Wutbürger, der seit einiger Zeit durch die Feuilletons spukt, aber wenig mit den Rebellen aus den Anfangstagen der kommerziellen Jugendkultur zu tun, denn er wird ja etwas diffamierend als Mensch aus der Mitte der Gesellschaft beschrieben, den hauptsächlich die Angst um den eigenen Wohlstand auf die Straße treibt. Die Rebellenfiguren von damals, dieser von Mona-Frontmann Nick Brown als „goldene Ära amerikanischer Kultur“ bezeichneten Zeit, sind das genaue Gegenteil – sie sind gesellschaftliche Außenseiter. Sie sind jung, wild, verwegen und von einer seltsamen Verzweiflung getrieben, die sich gegen die beengten und verkrusteten Verhältnisse der ewig grinsenden Zahnweiß-Gesellschaft der Nachkriegszeit richtet. Der Graben zwischen Jung und Alt in den westlichen Gesellschaften dieser Zeit ist tief.
In einem weiteren popkulturellen Rahmen kann der Beginn der Fünfzigerjahre auch als die Geburtsstunde der rebellischen Jugendkultur gesehen werden. Immerhin betreten mit Holden Caulfield, dem Protagonisten aus J.D. Salingers „Catcher In The Rye“, den oben genannten Johnny Strabler (Marlon Brando in „The Wild One“) und Jim Stark (James Dean in „Rebel Without A Cause“) gleich zu Beginn des Jahrzehnts drei Prototypen des jugendlichen Rebellen die mediale Bühne und etablieren Lederjacke, Jeans und Schmalztolle als Insignien unangepasster Teenager. Und natürlich zieht auch die Musik bald nach, immerhin bricht auch für Künstler wie Elvis Presley, deren Stil von der Elterngeneration als Angriff auf gesellschaftliche Werte und Moral verstanden wird, eine Ära immenser Popularität und kommerziellen Erfolges an.
Und so setzt sich die Geschichte des Rebellen über den „Sommer der Liebe“ und Punk, wenn auch unter etwas veränderten Vorzeichen, bis in die Achtzigerjahre fort. Aber dann ist irgendwie Schluss, als hätten die Rebellen den Kampf gegen das Establishment in einer offiziellen letzten Schlacht verloren. Die Slacker der 1990er verwalten das rebellische Erbe nur noch mit müdem Zynismus: „Ändert sich ja sowieso nichts“.
Ach ja, eine Gemeinsamkeit haben der „Wutbürger“ und der „Rebell“ doch, denn ihre Anliegen werden marginalisiert: Während das Problem der jugendlichen Rebellen darin besteht, dass sie vom Establishment nicht ernst genommen werden, wird der Protest des Wutbürgers auf den Wunsch nach Besitzstandwahrung zurückgeführt. Dabei ging es in letzter Zeit doch hauptsächlich darum, Dinge loszuwerden: Bahnhöfe oder Atomkraftwerke.
