unclesally*s, dein Musik-Magazin für Punk, Rock, Indie, Alternative, Indierock mit vielen Interviews und Rezensionen

Bild: Auf der Couch mit
  • Text: Christine Stiller
  • Kommentar schreiben

Auf der Couch mit
Ali Tabatabaee (Zebrahead)


Den Lustigen gehört die Welt. Da ist es im Grunde egal, ob sich bei Zebrahead-Sänger Ali Tabatabaee in den letzten 15 Jahren ein paar Speck- oder Lachfalten angesammelt haben. Seinen unbeschwerten Teenie-Humor wird er wohl auch mit 80 noch nicht vergessen haben. Seit 1996 ist der 38-Jährige Sänger der kalifornischen Pop-Punk-Band und kramt im folgenden Tiefeninterview beim Thema Lebenserfahrung sogar ein bisschen Ernsthaftigkeit hervor. Aber keine Angst...

Inwieweit hat deine Berufswahl deine Persönlichkeit geprägt. Was wäre wohl aus dir geworden, wenn du nicht in Zebrahead gelandet wärst?
Ali: Ich denke, das Beste, das ich für mich persönlich aus meinem Bandleben mit Zebrahead ziehen durfte, sind all die Eindrücke und Erfahrungen, die ich auf Tour sammeln konnte. Es war mir möglich, auf der ganzen Welt die unterschiedlichsten Menschen und Kulturen kennenzulernen. Zu sehen, wie Menschen mit den verschiedensten kulturellen und sozialen Hintergründen leben, hat meinen Horizont erweitert. Hätte ich diesen Job nicht gehabt, wäre ich wahrscheinlich falsch abgebogen und Bodyguard von Charlie Sheen oder Regisseur von Pornofilmen geworden.

In welcher Phase deiner Karriere hast du das “normale” Leben bisher am meisten vermisst?
Ali: Ich denke, das passiert immer, wenn man länger von zu Hause weg ist. Jeder, der so oft auf Tour geht wie ich, hätte bei seiner Heimkehr das Gefühl, sich von den Menschen, denen man nahe steht, entfernt zu haben. Es ist immer seltsam, nach Hause zu kommen und festzustellen, wie sich Freunde und Familienmitglieder in der Zeit verändert haben.

Auf welche Begleiterscheinungen des Ruhms könntest du gut verzichten?
Ali: Auf die Sache mit dem Ruhm im Allgemeinen. Ich mag es, Songs zu schreiben und Musik zu machen. Die Begleiterscheinungen kann man leider nicht kontrollieren und nur schwer beeinflussen.

Eure Musik hat in Sachen Jugendlichkeit nichts eingebüßt, doch inwieweit hat sich eure Selbstwahrnehmung im Rock-Zirkus verändert. Stell dir vor, du würdest dich heute selbst backstage auf einem Festival beobachten können. Was ginge dir durch den Kopf?
Ali: Das hängt davon ab, mit wem ich mich dann vergleiche. Wenn ich mir zum Beispiel einen Auftritt von Rihanna ansehen würde, wäre ich überzeugt davon, dass ich nicht mehr in Form bin. Aber wenn ich mich mit Cee Lo Green vergleiche, würde ich mir nach der Show sogar noch ein extra Stück Pizza gönnen.


Wann hast du dich mal wie ein Außenseiter gefühlt?
Ali: So fühle ich mich ehrlich gesagt jeden Tag aufs Neue.

Welchen Rat könntest du auf Grund deiner bisherigen Lebenserfahrung einem 23-Jährigen mit auf den Weg geben, so dass er oder sie in den nächsten 15 Jahren die Nerven etwas schonen kann.
Ali: Ich denke, der beste Rat ist es, immer seinen Träumen und seinem Herzen zu folgen und gleichzeitig hart für seine Ziele zu arbeiten. Und wenn mal etwas nicht so rund läuft, versuche so viel wie möglich aus der Erfahrung zu lernen, um es später zu deinem Vorteil nutzen zu können. Das würde ich sagen UND: 'Benutze immer ein Kondom!'


Heimat: zebrahead.com
Auch gut: „Get nice!“ - das neue Album von Zebrahead


ANZEIGE







...zurück



Kontakt -  Impressum -  Mediadaten -  Abo ·  nach oben