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Bild: Auf der Couch mit
  • Text: Christine Stiller
  • Fotograf: Daniel Boud
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Auf der Couch mit
Damian Abraham (Fucked Up)


Dass Damian Abraham so ein liebenswürdiger Mensch geworden ist, verdankt er wohl einem glücklichen Zufall und zu großen Anteilen seiner Band Fucked Up. Kinder sind bekanntlich grausame kleine Biester und so musste der Sänger, der schon in seiner Schulzeit einige Kilos mehr auf den Rippen hatte, früh erkennen, wie böse diese Welt sein kann. Wer jetzt eine Weile mit Damian auf unserer Couch verbringt, dürfte anschließend in Folgendem mit uns übereinstimmen: Liebe Kinder, einfach ein bisschen weniger scheiße sein!

Warst du als Kind eher schüchtern oder einer von den Lauten in der Schule?


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Damian: Wer als dickes Kind aufwächst, ist immer irgendwie der Außenseiter. Die Leute machten sich ständig über mich lustig und ich habe versucht, es mit gutem Humor zu kompensieren. In dieser Zeit hat sich mein Sinn für Humor ausgebildet. Ich war kein Klassenclown und habe nicht den Unterricht gestört. Aber ich war definitiv ein kleiner Witzbold.

Wann hast du das erste Mal gemerkt, dass du dich als Entertainer auf der Bühne wohl fühlst?

Damian: In der siebten Klasse habe ich bei einem Theaterstück mitgemacht und den feigen Löwen in 'Der Zauberer von Oz' gespielt. Das hat mir sehr gut gefallen. In einer Band wollte ich immer schon sein. Ich war in Highschool-Bands, aber hätte nie gedacht, dass das was Richtiges werden könnte.

Wie hat es deine Persönlichkeit beeinflusst, in Fucked Up zu sein? Wärst du sonst ein anderer Mensch?
Damian: Ich wäre definitiv ganz anders. Durch die Band habe ich viel Selbstvertrauen gewonnen. Früher hätte ich zum Beispiel niemals mein T-Shirt ausgezogen. Ich war so beschämt wegen meines Körpers. Heute könnte ich keine Show mehr komplett angezogen spielen. Außerdem habe ich das Leben auch durch die netten Begegnungen mit verschiedenen Menschen mehr schätzen gelernt.

In welcher Situation fühlst du dich unwohl?
Damian: Ich habe üble Sozialphobien, deshalb fühle ich mich oft unwohl oder bin schüchtern. Ich gleiche es aber aus, indem ich sehr lebhaft werde und plappere. Vor jedem Auftritt bin ich auch nach all den Jahren noch nervös.

Wahrscheinlich ändern sich so grundlegende Dinge nie...
Damian: Ich weiß. Ich möchte es nicht auf die schlimmen Schulerfahrungen schieben, denn diese Zeit war ja nicht nur schlecht. Aber wenn du immer ‘der Dicke’ bist, formt das deine Persönlichkeit zu großen Anteilen. Es verändert die Art, wie du dich Menschen gegenüber verhältst, du wirst introvertiert und schüchtern. Die Kinder in der Schule verkorksen dich. Niemand ist gemeiner als das Kind, das in der Schule neben dir sitzt.

Wie wirst du deinen Sohn darauf vorbereiten?

Damian: Meine Frau und ich wissen, dass man ein Kind nicht vor der bösen Welt beschützen kann. Ich werde meinem Sohn Holden nicht vorgaukeln, dass niemand je gemein zu ihm sein wird. Wir wollen ihm nur genug Selbstvertrauen mitgeben, Verständnis für andere Menschen und eine Leidenschaft für etwas, so dass er hoffentlich stark genug sein wird, mit all dem Negativen umzugehen und auch andere nicht selbst angreift.

Was wäre eine Eigenschaft, die du gern ablegen würdest?
Damian: Ich mache mir immer Sorgen. Wenn etwas, so wie jetzt mit der Band, super läuft, frage ich mich schon, was es letztlich ruinieren wird. Ich kann Dinge nicht einfach nur genießen.

Wie wirkt man dem entgegen?
Damian: Das funktioniert kaum, aber letzten Sommer habe ich angefangen, Marihuana zu rauchen. Das entspannt mich ein bisschen.

Heimat: myspace.com/epicsinminutes


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