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Black Box Revelation
Die erste Band, die wirklich Musik macht
Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm – und fokussiert durch ein „handgemachtes“ Fernglas den Betrachter. In einem belgischen Wäldchen fotografierte Jan Paternoster, Gitarrist und Sänger mit dem schönsten Nachnamen der Welt, kürzlich einen nahen Verwandten.
Ohne dieses Wissen wäre das Artwork des neuen Black Box Revelation-Albums zeit- und ortlos: Der abgebildete Norweger-Wollpulli erlebte zwischen 1960 und 2011 zahlreiche Revivals, die gleichen Bäume stehen in Kanada, Schweden und sonstwo. ’My Perception’, so heißt das bereits dritte Album des belgischen Duos, das tatsächlich erst 20 beziehungsweise 22 Jahre ist und klingt, wie es aussieht.
Alain Johannes, der schon mit den Queens Of The Stone Age, den Arctic Monkeys, Them Crooked Vultures und der Mark Lanegan Band zusammenarbeitete, hat den Sound der beiden Jungspunde klassisch, fett, mit dem nötigen Drive in der Stimme aufgenommen. Paternoster klingt wie Jagger, wie Sixties; die Gitarre fuzzt mit viel Tremolo und Dries Van Dijk spielt ein behäbiges, dröges Psychedelic-Schlagzeug. Moe Tucker wäre stolz gewesen! Die Zeit in Hollywood bei Johannes haben Van Dijk und Paternoster in guter Erinnerung: „Ein Nachbar von Alain, ein Auto-Sammler, saß immer auf der Terrasse und trank Bier, während wir den ganzen Tag im Studio waren“, erzählt Jan. Nachdem sie mit den Aufnahmen fast durch waren, klingelte es. Der Nachbar stand vor der Tür: „Normalerweise ist das, was Alain aufnimmt, immer nur Krach. Ihr seid die erste Band, die wirklich Musik macht.“
Text: Frédéric Schwilden
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