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Bild: The Duke Spirit
  • Text: Marcus Willfroth
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The Duke Spirit
Brauchen keine Hits


Radiofreundlich müssen erfolgreiche Künstler sein – sagen die einen. Alles, nur nicht das, entgegnen The Duke Spirit und klingen mit ihrem neuen, dritten Album ’Bruiser’ wieder herrlich eigen. Ist das aber wirklich gut so?

Sängerin Liela Moss wirkt hellwach und freut sich. „Es ist unüblich für eine Rockband, aber ich liebe es, den Tag pünktlich zu starten und nicht ewig auszupennen“, sagt sie mit einem Lächeln durch ihre langen, seitengescheitelten blonden Haare und hat irgendwie Recht: Ein bisschen früher als der Rest sind The Duke Spirit zweifelsohne aufgestanden – schafften als Anfang Zwanzigjährige 2005 den Durchbruch und noch heute schwärmen Showgrößen wie Jay Leno oder David Letterman von den schweißtreibenden Performances der Band in ihren Shows. Doch es gab auch andere Kommentare: „Nachdem unser Debüt rauskam, klopfte jeder an und wusste aus seiner Sicht am besten, wie es mit uns weitergehen soll.“

All die Ratschläge in einem Wort zusammenzufassen, ist leicht: Ein echter Radiohit sollte her, verlangte das Umfeld von Liela und Gefolgschaft. Doch diese dachten gar nicht daran, es irgendwem außer sich selbst gleich zu tun: „Ich antwortete darauf: ’Wir brauchen keinen kalkulierten Hit, es geht auch ohne.’ Ja, wurde mir erwidert, aber langfristig wird es kaum reichen, nur die Journalisten hinter sich zu haben, das Radio müsse mitziehen.“ Zum Glück: The Duke Spirit ließen sich nicht beirren und servieren mit ’Bruiser’ erneut ihre ganz eigene Mixtur aus Rockriffs, satten Drums und Whiskey-getränkter Jam-Session, die nach vier Uhr morgens klingt.

„Als wir uns 2003 auf der Kunsthochschule in Cheltenham trafen, wollten wir einfach machen, worauf wir Bock hatten – wir sind schließlich keine Ökonomen, die genau kalkulieren, wie die Sache laufen soll“, lacht Moss schüchtern, „ich bin immer offen für Ratschläge, aber diese sollen sich auf die Musik und nicht auf unseren Marktwert beziehen.“

Ist notiert und deswegen der Hinweis, dass ’Bruiser’ vielleicht nicht die Energie des Erstlings aufweist, aber wie die Rockplatte einer Band klingt, die noch viel vor sich hat. The Duke Spirit wissen schon, was sie tun.


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