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Dum Dum Girls
Mit Sonnenbrille durch die Nacht
’I Will Be’ hieß das Debüt der Dum Dum Girls. Darauf befanden sich die ersten Songs, die Kristin Gundred alias Dee Dee Dum Dum in ihrem Leben geschrieben hatte. Fertig gestellt, als die Kalifornierin 27 Jahre alt war, hatte sie gerade das schwierige Teenagerdasein und den zermürbenden Übergang ins Erwachsenenalter hinter sich gebracht. Was sie alles sein würde, war ihr bis dahin vermutlich nicht ganz klar. Was sie ist, dafür umso mehr.
„Ich war immer sehr introvertiert, und hatte früher mehr Bücher als Freunde“, blickt sie im Interview zurück. Und was wird aus einem Mädchen, das als Audrey-Hepburn-Lookalike zur High School geht und Kalifornien deprimierend, weil zu schön findet? Entweder eine verschrobene Bibliothekarin oder eine Künstlerin. Eine, die mit den Füßen in der Vergangenheit festklebt, weil sie dort musikalische Idole wie Patti Smith, Chrissie Hynde oder die Girl Groups der Sechzigerjahre hat. Deren Körper sich in einem gut sortierten Vintage-Laden am wohlsten fühlt. Und die mit dem Herzen lieber da weilt, wo nicht alles in Perfektion und Sonnenschein erglänzt. Kürzlich ist sie mit ihrem Ehemann, Crocodiles-Sänger Brandon Welchez, nach New York umgezogen. Vielleicht weil dort die Hochhäuser das Licht aussperren.
Seitdem ist ganz schön viel passiert – und das in kürzester Zeit. Ihre Mutter, die das Cover des Debüts zierte, ist gestorben. Kristin tourte mit der Band durch die Welt und schrieb in rasender Geschwindigkeit neue Songs für ihr Zweitwerk ’Only In Dreams’. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Pop und Rock’n’Roll, sauberer und polierter als der Vorgänger, mit weniger nostalgischen Teenie-Erinnerungen und mehr aus dem Hier und Jetzt. „Die Platte klingt nach einer Band. Wir sind eine Rock’n’’Roll-Band“, sagt die inzwischen 28-Jährige. „Auf dem ersten Album hatte ich noch eine Schutzschicht zwischen mir und dem Hörer aufgebaut. Die ist weggefallen.“ Und so hören wir ungefiltert, was Dee Dee uns zu erzählen hat. „Es geht viel ums Reisen, ums Vermissen meines Mannes und die Krankheit meiner Mutter. Um das Konzept der Sehnsucht“, erklärt sie. Und sieht mit ihren Katzenaugen und der sorgfältig zerrissenen Strumpfhose plötzlich sehr traurig aus. Nein, in Kalifornien gibt es wahrlich zu viel Sonne für eine wie Dee Dee Dum Dum.
Text: Silvia Weber
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