- Text: Ina Göritz
- Fotograf: Jenny Schäfer
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Vierkanttretlager
Aufbruchsstimmung statt Pfeifenrauch
Für Theodor Storm ist es die „graue Stadt am Meer“, für Turbostaat eine ’Insel’ und für Vierkanttretlager Ausgangspunkt ihres ganz persönlichen Coming Of Age-Dramas - Husum, verdammt.
Fun Facts vor: In Husum findet alle zwei Jahre eine Fachmesse für Windenergie statt, Trio nahmen dort 1981 ihre Debüt-LP auf - und es ist keine Insel! Nur, falls Turbostaat mit ihrem gleichnamigen Song da geographisch für Verwirrung gesorgt haben sollten. Zwischen ihnen und Element Of Crime haben sich die ebenfalls aus Husum stammenden Jungs von Vierkanttretlager positioniert und mit ihrer selbstveröffentlichten EP ’Penzion Kanonir’ neben erstem Lob auch den Support der vergangenen Casper-Tour ergattert. HipHop und Indie-Pop, nicht nur musikalisch nicht die offensichtlichste Kombination. „Unser Hauptpublikum sind eher Männer Mitte 30, die sich mit den Texten auseinandersetzen und Pfeife rauchend diskutieren wollen“, meint Sänger Max Leßmann. „Weniger die kleinen Mädchen im Casper-Publikum.“ Das lässt nichts Gutes erahnen, doch das Albumdebüt ’Die Natur Greift An’ klingt bei weitem nicht so verkopft, wie man da befürchten mag und auch der Titel ist erhaben über erste Assoziationen. „Es ist weniger Science Fiction, mehr ein Coming Of Age-Drama“, erläutert Max weiter. „Wir sind mit Anfang Zwanzig in einem Lebenszeitraum, wo wir dabei sind aufzubrechen und Dinge zu hinterfragen, die wir gelernt haben. Es gibt so vieles, was verachtungswürdig ist, wie Spießigkeit zum Beispiel. Dass man seinen eigenen Mikrokosmos erschafft und da stehen bleibt, hat für junge Menschen wie uns was Erschreckendes, aber irgendwo gibt es auf der anderen Seite auch eine Sehnsucht danach.“ Und damit sind Vierkanttretlager dann doch näher bei den kleinen Mädchen, als sie vielleicht denken.
Heimat: vierkanttretlager.de
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