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New Found Glory
Aufbruchsstimmung
Manchmal hilft nur noch der Gang zum Arzt oder ein Album wie 'Radiosurgery'. Dieser Meinung ist New Found Glory-Schlagzeuger Cyrus Bolooki, wenn es um das Entledigen von gedanklichen Bürden geht.
"Pop-Punk ist nicht tot", erzürnt sich Cyrus Bolooki, spricht man ihn auf das etwas brachliegende Genre an, dem sich das kalifornische Quintett seit fast fünfzehn Jahren widmet. Dass die fetten Jahre schon einige Zeit her sind, scheint sich mittlerweile auch bei den Pionieren der Bubblegum-Branche ins Unterbewusstsein eingebrannt zu haben. Wie sonst erklärt sich der Name 'Pop Punk's Not Dead Tour' ihrer im Oktober startenden Nordamerika-Sause mit Kollegen wie Set Your Goals, The Wonder Years und Man Overboard? "Und selbst wenn?" Cyrus trommelt weiter: "Wir ziehen unser Ding schon so lange durch, ganz gleich wie es um das Genre bestellt ist. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern." So ist auch das neue und achte New Found Glory-Album musikalisch keine Überraschung, sondern gewohnt eingängige und melodische "Medizin" für den Alltag: "Die Songs handeln primär davon, wie es einem geht, wenn sich mentaler Ballast der Vergangenheit nicht einfach so abschütteln lässt. Manchmal hat man das Gefühl, dass sich die negativen Erinnerungen nur noch chirurgisch entfernen lassen", so Cyrus. Wer nicht ganz so rabiat vorgehen will, sollte es mit der 'Radiosurgery'-Methode versuchen und die Negativität den Gute-Laune-Songs der Kalifornier überlassen. Die Chancen auf Heilung stehen gut, denn die Hit-Dichte ist höher als auf dem Vorgänger 'Not Without A Fight', bei dem blink-182-Bassist Mark Hoppus an den Reglern saß. An seine Stelle ist Debüt-Produzent Neal Avron zurückgekehrt und verschafft dem Pop-Punk so vielleicht keinen zweiten Frühling, ein bisschen Auftrieb aber mindestens.
Text: Kai Butterweck
Heimat: newfoundglory.com
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