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Text:
- Fotograf: Michael Rubenstein
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Eleanor Friedberger
Eleanor Puts Her Boots On
Die Tiere aus dem Fiery Furnaces-Zirkus sind jetzt im Streichelzoo der Sängerin.
Von ihrer Plattenfirma kriegt Eleanor Friedberger nur die positiven Kritiken geschickt. Daran ist sie gewöhnt, seit sie mit ihrem Bruder Matthew die Fiery Furnaces betreibt und über Omas, Witwenstädte und Blaubeerboote singt. „Last Summer“ ist die erste Soloplatte der schlanken Sängerin, und soll „sentimental und nostalgisch sein. Ich mag alte Platten lieber als neue“, sagt sie, „deshalb wollte ich ein Cover wie von 1974.“ Vom Haarschnitt her ist die Periode auch perfekt getroffen, nur bei den Songs regiert wieder die durchaus zeitgenössische Friedbergersche Verschrobenheit. Da werden Texte aus Prinzip improvisiert, und wo Eleanor früher die Schere angesetzt hätte diesmal alles durchgewinkt. „Die Platte sollte aber kein großes Statement sein, sondern ein kleines kurzes Ding, nur um zu sehen, ob ich es drauf habe. Ich habe alles selbst bezahlt und erst nach und nach meinen Freunden zu hören gegeben.“ Freunde spielen eine große Rolle auf „Last Summer“, nicht nur weil die meisten von ihnen ebenfalls Musik machen, sondern weil sie ganz pragmatisch zur Inspiration herhalten müssen. „Songs sind dazu da, deinen Freunden Geschichten zu erzählen, bei denen andere Leute reinhören dürfen“, sagt Friedberger. Ihr Bruder hat das neue Album als letzter zu hören bekommen, jetzt ist er ganz wild darauf, Eleanor zumindest ein paar Musiker für die anstehende Tournee ausleihen zu dürfen. Aber die frisch gebackene Solokünstlerin hat bereits andere Pläne und sogar schon ein zweites Album im Kopf. „Die Fiery Furnaces waren immer eher Matthews Domäne. Nach Australien fahre ich diesmal alleine.“
Text: Ralph Krüger
Heimat: eleanorfriedberger.com
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