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Bild: Das Pop
  • Text: Nina Töllner
  • Fotograf: Jimmy Kets
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Das Pop
Guter Pop, schlechter Pop


Ein Zocker ist Bent van Loy nicht. Aber er ist smart. Der Frontmann von Das Pop mag Wissensspiele wie Trivial Pursuit. Und kürzlich gewann er in seiner belgischen Heimat gar bei einem TV-Quiz.

Genaugenommen geht es im Titelstück des vierten Das Pop-Albums ’The Game’ aber gar nicht ums Spielen im klassischen Sinne. „Gemeint ist das Spiel des Lebens“, stellt Bent klar. „Auch das Musikgeschäft ist ein Spiel.“ Ein Spiel, bei dem das Quartett zuletzt nicht die besten Karten hatte. Weil sich kein Label fand, verstrichen zwischen Aufnahme und Release der Vorgänger-Platte „Das Pop“ ganze fünf Jahre. Bent und seine Kollegen retteten sich mit unzähligen Live-Auftritten über die frustrierende Situation. „Wären wir zu Hause geblieben und hätten nicht den ständigen Kontakt mit dem Publikum gehabt, würde es Das Pop heute sicher nicht mehr geben.“

Bevor die vier Flamen dieses Mal ins Studio marschierten und - erstmals in Eigenregie - neue Stücke aufnahmen, hatten sie den Plattenvertrag Gott sei Dank bereits in der Tasche. Der Enthusiasmus war nach einem halben Jahrzehnt Studioauszeit groß. „Wir hatten so viel Spaß, dass wir pro Song nur einen Tag brauchten“, erinnert sich Bent. Die Leichtfüßigkeit meint man den blitzblanken Pop-Nummern des Langspielers anzuhören. Längst vergangen die Tage, als sich die Herren aus Gent um Nebensächlichkeiten wie Indie-Kredibilität scherten. Heutzutage wird gespielt, was gefällt. Es darf ruhig poliert und ein wenig nach Plastik klingen. Nur oberflächlich sollte es nicht sein. „Guter Pop hat Tiefe und handelt von wahren Dingen. Nimm eine Band wie ABBA. Die benutzten eine sehr schöne und bunte Form. Aber sie sangen über grausame Themen wie Scheidung.“

Und was versteht Bent unter schlechtem Pop? „Mich nerven Leute, die nur so tun, als ob ihre Musik tiefsinnig sei. Singer/Songwriter wie James Blunt finde ich furchtbarer als irgendwelche zynischen Beat-Bastler.“ Befremdlicherweise räumt Heulboje Blunt im großen Chart-Roulette ab, während der Ohrwurm-Fabrik Das Pop der kommerzielle Hauptgewinn bislang verwehrt blieb. Bent sieht das entspannt: „Ich finde es gar nicht schlimm, ein schönes Geheimnis zu sein. Im Gegenteil.“


Heimat: daspop.com


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