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Bild: Auf der Couch mit
  • Text: Christine Stiller
  • Künstler: auf der couch mit...
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Auf der Couch mit
Johnny Borrell




In England sind sie Superstars. Hierzulande darf man die Jungs von Razorlight dagegen unter Umständen sogar noch bitten, einen aufschlussreichen Seelenstrip aufs Parkett zu legen. Beim Anblick unserer hochkomfortablen sally*s-Couch konnte Frontmann Johnny Borrell nicht widerstehen und zeigte sich bereit, hemmungslos die weißen Hosen herunterzulassen - auch wenn die wirklich eng waren.


Als überhypte Engländer ist den Jungs von Razorlight das erfolgsverwöhnte Dauergrinsen ins Gesicht gemeißelt. Doch Johnny weiß, manche Triumphe feiern sich einfach noch ein bisschen besser. Was würde er demnach als seinen allergrößten Sieg bezeichnen?


Ein 2:1-Erfolg für die Razorlight-Auswahl gegen die Babyshambles beim 'Celebrity Soccer Six Tournament'!


Nur für den Fall, dass es im Anschluss an diesen grandiosen Gewinn auch zu bierfreudigen Feierlichkeiten gekommen sein sollte, haben wir uns der Vollständigkeit halber mal ganz grundlegend erkundigt, ob sich Herr Borrell noch an seinen letzten fiesen Kater erinnern kann.


Vor etwa einem Jahr habe ich irgendwie aufgehört, alkoholbedingte Nachwirkungen zu kriegen. Ich kann massenweise Alkohol in mich reinschütten und bekomme wie durch ein Wunder keine körperlichen Probleme am Morgen danach. Dafür wache ich meistens noch ein bisschen betrunken auf und bin dann extrem sensibel gestimmt. Ich habe also eher emotionale Katererscheinungen als körperliche.


Der Arme! Und wer weilt in solchen gefühlsschwächlichen Momenten dann treu an seiner Seite? Wen würde Johnny Borrell als seinen heimlichen Seelenbruder bezeichnen?
Im ersten Moment musste ich an Nully denken. Als Kind hatte ich einen kleinen Plüsch-Uhu mit diesem Namen. Er war damals mein Seelenbruder. Aber abgesehen von Nully fällt mir niemand ein. Ich habe ihn sogar immer noch. Der Gute wird auf seine alten Tage immer exzentrischer.


So ein süßer Nully unterm Weihnachtsbaum ist natürlich kaum zu übertreffen. Doch was war das seltsamste Geschenk, das unser Johnny jemals erhalten hat?
Ein zwei Meter großes Poster von mir selbst auf der Bühne - mit Gitarre und freiem Oberkörper! Ich habe mich echt gefragt 'Was soll ich mit dem Quatsch? Meine Wand damit tapezieren? Hallo!' Ich fand das alles äußerst merkwürdig, zumal mich die Person, die es mir schenkte, wirklich gut kennen müsste. Als ich das Paket bekam, war ich zunächst total begeistert. Während ich es auspackte, sah ich erst einen Teil des Oberkörpers und dachte nur: 'Ja! Es ist Iggy! Es ist ein riesiges Poster von Iggy! Wahnsinn! - Oh nein, es ist nicht Iggy - es ist... Ich bin's selbst.' Ich glaube, wir haben es dann für wohltätige Zwecke versteigern lassen.


Beim Anblick eines zwei Meter großen Abbildes von sich selbst sollten wohl keine allzu großen Zweifel mehr darüber aufkommen, dass man den Aufstieg zum Rockstar-Ruhm bereits bewältigt haben könnte. Doch wann genau zelebrierte Mr. Borrell seinen aller ersten Rockstar-Moment?
Seit ich 13 bin, fühle ich mich wie ein Rockstar! Seitdem ich das erste Mal eine Bühne betreten habe.


Fazit:
Da ist wohl alles glatt gelaufen! Wie könnte es auch anders sein, wenn man sich während der schweren frühkindlichen Entwicklungsphase immer voll und ganz auf eine Plüscheule namens Nully verlassen durfte. Hier wurde wohl der Grundstein für Johnnys stattliches Selbstbewusstsein gelegt. Vorsicht ist jedoch bei übermäßigem Alkoholgenuss geboten. Da sein Körper mittlerweile auf natürliche Schranken wie den guten alten Kater verzichtet, wäre der Weg zum chronischen Schluckspecht-Stadium schließlich nicht so steinig wie beim kopfwehgeplagten Normalbürger.



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