- Text: Christine Stiller
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AUF DER COUCH MIT
TEGAN AND SARA
Tegan und Sara sind nicht nur eine überaus beliebte Schwesternkapelle, sondern auch ein Prachtexemplar der identischen Erbanlage. Wie es sich so lebt im ewig zitierten Doppelpack, ob die Damen einen Kleiderschrank voll gleicher Röckchen besitzen und ob sich das niedliche Ähnlichsehen als karrieretechnischer Vorteil entpuppt, erfahrt ihr in unserer heutigen Analyserunde zum Thema Zwillingsforschung mit Miss Sara Quin.
Hat es dir in der Pubertät geholfen, ein Zwilling zu sein?
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Nein, das hat es sogar schlimmer gemacht. Alles, was ich gefühlt habe, konnte ich wie durch einen Spiegel bei Tegan ablaufen sehen. Klar hast du Pickel, aber wenn du das auch noch ständig vor Augen geführt bekommst, kotzt dich das extra an.
Ab wann wurde es lästig, immer als „die Zwillinge“ wahrgenommen zu werden?
Meine Eltern haben uns mit aller Kraft zur Individualität erzogen, in verschiedene Klassen geschickt und uns nie in die gleichen Klamotten gesteckt. Das hat sich bis heute wie ein roter Faden durchgezogen. Tegan wohnt in Vancouver und ich in Montreal. Es ist gut, alle neun Monate nach der Tour mal richtig großen Abstand zu haben. Wenn ich Leute sehe, die ihre Zwillinge gleich anziehen, will ich rübergehen und ihnen sagen, wie gestört sie sind! Wir werden oft gefragt: „Oh, könnt ihr die Schmerzen der anderen fühlen“ und solchen Scheiß. Hallo?! Wenn ich da versteckte Talente hätte, wäre ich sicher nicht in einer Band, sondern Wahrsager oder so.
War das Zwillings-Ding denn wenigstens karriereförderlich?
Die Medien haben das erst propagiert. Junge, lesbische Zwillingsschwestern aus Kanada! Und was das Schlimmste ist: Das stimmt auch noch! Wir sind demnach schon etwas Besonderes. Ich meine, wenn ich durch Musikmagazine blättere, sehe ich fast nur Bands mit vier weißen, dünnen, schwarzhaarigen Jungs in schwarzen Klamotten. Ich habe keine Ahnung, wie die Kaiser Chiefs aussehen oder Radiohead. Der Fakt, dass wir uns davon abheben, hat schon geholfen, klar.
Habt ihr euch schon mal in die gleiche Person verliebt?
Nein, das wäre ja abartig! Ich mag die Menschen, mit denen Tegan ausgeht, aber würde das nie selbst wollen. Ich glaube, wir fühlen uns einfach zu vollkommen verschiedenen Personen hingezogen.
