- Text: Christine Stiller
- Fotograf: Rod Doyle
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Im Tourbus Mit
Asian Dub Foundation
Der Touralltag ist ein Paralleluniversum - voll von Sinnlosaktivitäten und langen Wartezeiten. Zuhause ist, wo die nächste Bühne steht, und nebenbei vertritt man sich die Beine auf einem weltfremden Rastplatz. Asian Dub Foundation-Gitarrist Steve Chandrasonic weiß: Auf Tour braucht man viel Geduld und einen neutralen T-Shirt-Geschmack.
Wie war euer schlimmster Tourbus beschaffen?
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Den ersten Bus haben wir uns von so einem Hippie-Typen aufschwatzen lassen. Es war immer brutal kalt da drin und auch extrem gefährlich. Wäre jemand in uns reingefahren, wären wir sofort in die Luft geflogen. Und das Ding war lahm! Wenn zum Beispiel auf dem Straßenschild stand "Birmingham - 60 Meilen" dachtest du: „Toll, dann schlafe ich durch, bis wir da sind.“ Wenn du dann später wieder aufgewacht bist, stand da nur: "Birmingham - 55 Meilen". Ein Alptraum!
Welche Musik macht definitiv die gute Stimmung im Bus kaputt?
Ich kann Minimal-Techno nicht ertragen! Einer der Jungs legt das gerne auf und ich flehe ihn dann immer an, es zu lassen. Das ist so altbackenes, unkreatives Zeug, was mich unweigerlich dazu bringt, mir sofort eine Kugel in den Kopf jagen zu wollen!
Was war die bizarrste Raststätten-Erfahrung eurer Karriere?
Amerikanische Raststätten sind der Wahnsinn! Da existiert - ohne Quatsch - eine ganz eigene Welt am Straßenrand. Sie haben überall so Werbeplakate wie: "Echte Tiger - noch 100 Meilen", weil sie unbedingt wollen, dass man anhält und dafür fahren sie alle möglichen Verrücktheiten auf. Seltsame Leute jedweder Couleur trifft man da auch. Einmal waren wir von religiösen Fundamentalisten umzingelt, weil ich ein T-Shirt mit einem Teufel drauf trug. Die haben mir dann sehr freundlich zu verstehen gegeben, dass ich dafür in der Hölle schmoren werde.
Habt ihr schon mal Probleme an der Grenze oder beim Zoll bekommen?
Das passiert uns ständig. Jeder mit dunklerer Haut, der ein Moslem sein könnte, wird für einen möglichen Terroristen gehalten. Wir werden immerzu durchsucht und müssen Ewigkeiten bei der Passkontrolle zubringen. Ich finde es lächerlich, zumal wir ja kein bisschen versuchen, unauffällig an ihnen vorbei zu schleichen - welche Terroristen würden sich schon als eine Horde asiatischer Rock'n'Roll-Punks tarnen?!
Auch gut: "Punkara" - das neue Album der Asian Dub Foundation
Auf Tour:
3.11. Hamburg – Fabrik *** 5.11. Hannover – Musikzentrum *** 6.11. Köln – Essigfabrik *** 8.11. München – Muffathalle *** 10.11. Berlin – Kesselhaus
