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SUBWAY TO SALLY
HERZBLUT


Nicht nur der Titel der neuen Platte hört auf dieses sauberste aller möglichen Erscheinungsbilder unseres Lebenselixiers, davon ist offensichtlich auch eine ganze Menge geflossen. Fertig seit dem Weihnachtsabend, ist Album No. 7 tatsächlich ein Segen. Die Zeichen stehen auf Veränderung, eine Öffnung des Horizontes ist vollzogen.
'Herzblut', ein Bild für eben jene Reinheit und neugewonnene Schlichtheit, ungehört viel Leidenschaft und Emotionen. Für den Weg fort von großen Moritaten über Leben und Tod, hin zu zwischenmenschlichen Themen, wie Sänger Eric Fish stolz erzählt. Wo früher Dunkelheit und mittelalterliche Finsternis das Fahrwasser bestimmten, hat ein neues Selbstbewusstsein die Herrschaft in der Welt der sieben Berlin/Brandenburger übernommen.
Doch nicht nur die Texte sind es, die neuen Wind in die mittlerweile schon neun Jahre alten Segel blasen, mit denen das Drachenschiff seit 1992 unentwegt unterwegs ist.Zum Hochsee-Katamaran gezüchtet wurde der Nachfolger des 1999er Studioalbums 'Hochzeit' vor allem durch an dieser Stelle bisher ebenso ungehörte musikalische Elemente. Neben ausgeklügelten Streichersätzen und Chören sind Loops und sogar das eine oder andere Sample Dinge, die ich mit SUBWAY TO SALLY in etwa genauso stark assoziiere wie meine Großmutter mit Breakbeats.
Beim ersten Hören mag es sehr wohl noch zu überraschen wissen, aber deplaziert wirkt es selbst da nicht. Im Gegenteil, es muss ein besonderer Reiz sein, der die CD seit einigen Tagen in meinem Player festhält.
'Während des Songwritings kristallisierte sich eine Änderung in den Ansätzen der behandelten Themen heraus, daran versuchten wir uns mit der Musik zu orientieren. Im Studio haben wir gemerkt, dass unheimlich viele Möglichkeiten nur darauf warteten, von uns entdeckt zu werden. Es wurde probiert und man stieß auf Dinge, bei denen wir noch vor zwei Jahren ablehnend die Hände gehoben hätten, die aber sehr befruchtend - auf jeden einzelnen Song individuell - gewirkt haben.' Komponist Ingo Hampf fügt nicht minder stolz hinzu: 'Wir haben uns weiter gefasst, harmonisch und melodisch, Berührungsängste abgelegt - vor allem zu bestimmten musikalischen Mitteln, bei denen wir früher rote Ohren bekommen hätten. Doch in jedem Fall sollen diese Elemente den Song nur weiter nach vorne bringen. Als Gewürz, nicht als Hauptgericht.'
Angefangen mit einer bisher tabuesken weißen Coverfarbe spiegelt sogar die Optik das modifizierte Innenleben wieder. Ein Rosenblatt schimmert durch jenes Weiß der Reinheit, die sinnbildliche Farbe Rot wird als sprichwörtlicher roter Faden schon dort eingeführt: Emotionen scheinen im Vorratspack abonniert, Sound und Text sind eindringlicher und leidenschaftlicher denn je.
Der bisher beste Output der Band und ein möglicher Einstieg für viele, die am Thema SUBWAY TO SALLY bisher wenig für sich finden konnten.
Auszuprobieren ab dem 2. April im Plattenladen der Wahl und ab 14. gleichen Monats auf den Bühnen der Nation.
(der rob)


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